Geschichte vor, während und nach der Sowjetunion

Einleitung zum Projekt „Meine Oma“

Russlanddeutsche und jüdische Bevölkerung im Russischen Reich und der Sowjetunion

Russische Juden und Russlanddeutsche teilen viele gemeinsame Erfahrungen.

Beide Bevölkerungsgruppen waren eng mit dem wirtschaftlichen und kulturellen Leben im Russischen Reich und der Sowjetunion verbunden. Viele ihrer Angehörigen gehörten zur Bildungselite des Landes oder besetzten hohe Positionen in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik.

Diskriminierungen beider Minoritäten

Beide Minoritäten erlebten Diskriminierungen, ausufernde Gewalt und totalitäre, ideologisierte Regime und Diktaturen, welche Krieg, Hass, Tod, Leid und Verzweiflung schürten.

Juden waren in der Sowjetunion eine Minderheit. Sie besaßen weder Sprach- noch Kulturautonomie oder Religionsfreiheit.

Anhaltende Diskriminierung veranlasste hunderttausende Menschen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, das Land zu verlassen.

Einwanderung in die Bundesrepublik

Rund 1,9 Millionen Russlanddeutsche wanderten in die Bundesrepublik ein.

Sie bildeten eine Minderheit in Russland, die massiver Feindseligkeit gegenüberstand.

Basierend auf vorausgegangenen Workshops unter der Teilnahme russlanddeutscher Spätaussiedler und jüdischer Kontingentflüchtlinge sollen hier wesentliche Kapitel ihrer Geschichte zusammenhängend dargestellt werden.

Nash Dwor – Unser Hof e. V.

Der Verein Nash Dwor – Unser Hof e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, Zeitzeugen und Angehörigen bei unterschiedlichen Veranstaltungen Gesprächsgelegenheiten zu bieten. Erlebtes wird geschildert, Erinnerung aufrecht erhalten, aber auch Hintergründe zu einschneidenden Ereignissen werden beleuchtet.

Helena Pivovar

Вступление к проекту «Моя бабушка»

Вступление к проекту «Моя бабушка»

Российские немцы и  евреи в Российской Империи и Советском Союзе

Русских евреев  и российских немцев объединяет множество общих воспоминаний.

Обе эти группы  оказали огромное влияние на экономическую и культурную жизнь России и Советского Союза. Многие представители этих национальностей принадлежали к элите страны и занимали высокие  посты в экономике, общественной жизни и политике.

Дискриминация обеих  национальностей

Обе народности пережили в своей истории дискриминацию, жестокое насилие, тоталитарные идеологические режимы и диктатуру, которые вели к разжиганию ненависти, к войнам, страданиям, отчаянию и смерти.

Евреи были в Советском Союзе национальным меньшинством, не имели ни официального языка, ни культурной автономии, ни свободы вероисповедания.

Постоянная дискриминация привела к тому, что после распада Советского Союза сотни тысяч представителей национальных меньшинств покинули страну.

Иммиграция в Германию

Более 1,9 миллионов российских немцев иммигрировало в Германию.

В России они составляли меньшинство, вынужденное бороться с враждебностью и неприязнью.

Основываясь на прошедших в рамках проекта исторических семинарах, в которых приняли участие как поздние переселенцы так и представители еврейской общины Леверкузена, в данной статье представлены основные этапы общей истории.

Наш двор – Unser Hof e.V.

Задачей Интеркультурного общества Наш двор Nasch Dwor- Unser Hof e.V. было предоставление возможности свидетелям истории и их близким обсудить различные темы, приняв участие в многочисленных мероприятиях проекта; не только рассказать о пережитом и  поделиться воспоминаниями, но и провести параллели к историческим событиям.

Елена Пивовар

 


Geschichtlicher Überblick

„Das Uns der weite Umfang der Länder Unseres Reiches zur Genüge Bekannt, so nahmen Wir unter anderem wahr, daß keine geringe Zahl solcher Gegenden noch unbebaut liege (…).“

Erstes Manifest Katharinas II. vom 14.12.1762

Das Manifest von 1762 der aufgeklärten Herrscherin Katharina II. (1762-1796) stand ganz im Zeichen der Peuplierungspolitik, die etwa auch von Friedrich II. (1747-1772) oder Maria Theresia (1763-1772) betrieben wurde. Die erste Berufung ausländischer Kräfte für die Landwirtschaft, das Manufakturwesen und den Handel (wobei Juden ausgeschlossen wurden) verfehlte allerdings ihre Wirkung. Zu sehr standen die utilitaristischen Ziele der Vermehrung von Zahl und Wohlstand der russischen Bevölkerung im Vordergrund.

Zweites Manifest Katharinas II. vom 22.07.1763

Das zweite und wesentlich umfangreichere Manifest der Regentin nahm Rücksicht auf die Bedürfnisse der u.a. durch den Siebenjährigen Krieg in Mitleidenschaft gezogenen Bevölkerung.

Ihrem Ruf folgten v.a. die Bewohner der am stärksten verwüsteten Gebiete. Folglich stammten sie aus der Rheinprovinz, aus Nordbayern/ -baden, den hessischen Gebieten und der Pfalz.

Hunderttausende wurden mit dem Versprechen vieler Privilegien angeworben, um das weite, unbewohnte Land des Reiches zu besiedeln, fruchtbar und landwirtschaftlich nutzbar zu machen.

Den deutschen Zuwanderern wurden u.a. Religionsfreiheit, Steuerfreiheit, Land und die Befreiung vom Wehrdienst zugesichert.

Wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Kolonien bis zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts

Der zukünftige Wohnort der Zuwanderer wurde vorbestimmt und reichte von Wolhynien, der Schwarzmeerregion, der Wolgaregion, bis hin zu einigen Teilen Sibiriens und im Kaukasus.

Der Boden in diesen Regionen wurde noch nie zuvor beackert und so dauerte es viele Jahre, die von Missernten und Hungersnöten geprägt waren, bis die Bauern stabile Ernteeinnahmen erzielen konnten.

Aufgrund der Privilegien erholte sich die russlanddeutsche Bevölkerung trotz zahlreicher Rückschläge von den schwierigen Anfangsbedingungen.

Wohlhabende Kolonisten

Im Vergleich zu den einheimischen russischen Bauern waren die Kolonisten wohlhabend.

Darunter wirtschafteten jene Kolonien in der Schwarzmeerregion besonders effektiv. Die Gründe für die großen Unterschiede in den Besitzverhältnissen der deutschen und russischen Bauern sind einerseits in den durch das Kaiserliche Manifest erteilten Privilegien zu suchen.

Andererseits sind die Unterschiede damit zu begründen, dass die deutschen Bauern ihr Land ungeteilt und in Individualbesitz an den Jüngsten der Familie übergeben und von Landaufteilung unter den Nachkommen oder von einer Überführung in Gemeindebesitz absahen.

Deutsche Identität

Sie lebten außerdem streng isoliert von der russischen Kultur, wahrten ihre deutsche Identität durch eigene deutschsprachige Schulen, heirateten untereinander und konservierten somit ihre Kultur.

Abbau der Privilegien in der Zeit der „Großen Reformen“ und Umgang mit jüdischer Bevölkerung

Nach der Aufhebung der Leibeigenschaft im Jahre 1861 und den anschließenden Problemen der Landzuweisung der „befreiten“ Bauern zeichneten sich die Unterschiede in den Besitzverhältnissen zwischen den russlanddeutschen Kolonisten und den einheimischen russischen Bauern immer stärker ab.

Die Reformierung des Landes

Die Reformierung des Landes unter Alexander II. (1855-1881) hatte eine Russifizierung zur Folge, auch wenn sie erst unter seinem Sohn Alexander III. (1881-1894) verstärkt betrieben wurde.

Dazu zählte die Einführung der russischen Sprache in der Verwaltung, wenngleich der Russisch-Unterricht in den Schulen nur schleppend vorangetrieben werden konnte.

Rekrutierung russlanddeutscher Kolonisten

Die Rekrutierung russlanddeutscher Kolonisten in die allgemeine Wehrpflicht im Jahre 1874 löste eine Auswanderungswelle aus. Besonders hoch war die Zahl der Auswanderer unter den Mennoniten, die aus religiöser Überzeugung den Wehrdienst verweigerten.

Die russische Regierung setzte sie dennoch etwa in der Forstarbeit als Militärersatzdienst ein.

Regierungszeit Alexanders II.

Spätestens während der Regierungszeit Alexanders II. wurde der Interessenskonflikt zwischen der Regierung des Russischen Reichs und den russlanddeutschen Kolonisten deutlich. Einerseits infolge der Russifizierung jene Bevölkerungsgruppen zu integrieren und andererseits den Privilegienstatus beizubehalten und sich der Russifizierung und damit der Integration zu entziehen.

Integrationsbemühungen

Jene Kolonisten, die sich in den Städten des Reichs niederließen, die russische Sprache beherrschten und Handelsbeziehungen führten, sahen die Integrationsbemühungen der Regierung keineswegs problematisch, sondern eher als Notwendigkeit, damit sich jener Bevölkerungsteil assimiliere. Feindseligkeiten und Missgunst gegenüber der deutschen Bevölkerung nahmen unterdessen stetig zu.

Die wirtschaftliche Verflechtung der russlanddeutschen Kolonien mit dem Russischen Reich wurde spätestens mit Ausbruch des Krimkriegs (1853-1856) deutlich.

Privilegien der Kolonisten

Dieser stieß zugleich öffentliche Diskussionen über die Privilegien der Kolonisten an.

Sie gestalteten sich vor dem Hintergrund des Panslawismus und dem Aufkommen einer nationalstaatlichen Ordnung und schimpfte die Privilegien als nationale Demütigung.

Europäisches Wirtschaftsleben

Im 19. Jahrhundert begann auch die Auseinandersetzung mit dem Judentum in Bezug auf ihre ökonomische Stellung. Juden wurden zu einem „bedeutenden Faktor im europäischen Wirtschaftsleben“.[i] Als Handwerker, Händler und Kaufmänner erlangten sie hohe Positionen.

Nicht selten waren ihre Tätigkeiten im Finanz- und Bankenwesen mit der Anhäufung von Wohlstand und der Besetzung hoher Ämter im Wirtschafts- und Kulturleben sowie der Politik verbunden.

Juden als Sündenböcke

Vor diesem Hintergrund gestalteten sich im 19. Jahrhundert unterschiedliche Formen der Feindseligkeit gegenüber Juden. Dies trifft auf ganz Europa zu, doch gerade im Russischen Reich kam es zu massiven gewaltsamen Ausschreitungen und Diskriminierungen.

Juden wurden sehr häufig als Sündenböcke für soziale, wirtschaftliche oder gar politische Probleme missbraucht.

Grundsätzlich war es Juden nicht erlaubt, sich im Landesinneren des Zarenreichs anzusiedeln. Stattdessen gab es vorgeschriebene Ansiedlungsrayons im Westen des Reichs.

Mehr Rechte für Juden

Unter Alexander II. wurde der Versuch unternommen, Juden mehr Rechte einzuräumen. Infolge der Reformen des Zaren war es nun zumindest für Kaufleute der Ersten Gilde, Träger akademischer Grade, Zunfthandwerke und 1879 alle Hochschul-Absolventen möglich, sich auch im Landesinneren niederzulassen.

Allerdings galt noch immer das Verbot, sich innerhalb der Stadtmauern anzusiedeln. Diese Zugeständnisse an die jüdische Bevölkerung bewirkte eine „soziale Mobilisierung“ der Juden.

So besuchten viele Juden staatliche Schulen und bildeten schnell Eliten in den freien Berufen und einer kleinen Schicht von Bankiers und Unternehmern. Viele passten sich sehr schnell an ihre russische Umgebung an, übernahmen die russische Sprache und kulturelle Gepflogenheiten. Einige schlossen sich sogar der russischen revolutionären Bewegung an.

Antijüdische Pogrome

So gab die Beteiligung einer Jüdin an der Ermordung des Zaren Alexander II. durch ein Attentat am 1. März 1881 den Vorwand für antijüdische Pogrome in ukrainischen Städten, infolge derer Juden verletzt, ermordet, ausgeraubt und ihre Besitztümer sowie Geschäfte zerstört wurden. Die zarische Regierung nahm sich die Ausschreitungen zum Anlass, ihre Judenpolitik zu verschärfen. Anstelle von Integration und Gleichberechtigung traten nun Ausgrenzung und Diskriminierung.

Diskriminierungen nehmen zu

Ein häufig herangezogenes Vorurteil war, dass die Juden für die Ausbeutung der ostslawischen Unterschichten verantwortlich seien.

Nach dem Tod des Zaren wurden zahlreiche seiner Reformen wieder rückgängig gemacht oder abgeschwächt. Darunter fiel auch das Ansiedlungsrecht der Juden auf dem Land; die Ansiedlungsrayons wurden verkleinert, Rechte in der Selbstverwaltung wurden ihnen entzogen. Es bestand kein Interesse seitens der orthodoxen Kirche, Juden zu missionieren und zu assimilieren.

Zugang zu Schulen und Hochschulen

Der Zugang zu Gymnasien und Hochschulen wurde für Juden durch einen Numerus Clausus erschwert. Gegen die neue Politik Alexanders III. sprachen sich einige seiner Minister aus, allerdings noch mit viel Zurückhaltung.

Allen voran betonten die Finanzminister die Bedeutung, welche jüdische Handels- und Finanzleute für die russische Wirtschaft haben und zukünftig für die Industrialisierung des Landes noch haben könnten. Doch dieses Gedankengut konnte sich nicht durchsetzen.

Die antijüdische Propaganda

Antijüdische Propaganda durchströmte nicht nur breite Schichten der Bevölkerung, sondern auch die Machtelite des Russischen Reichs. Die Tatsache, dass sich viele Juden der sozialistischen Revolutionsbewegung anschlossen, wurde zum Vorwand genommen, das Judentum pauschal als „Drahtzieher der Revolution“ darzustellen.

„Protokolle der Weisen von Zion“

Die judenfeindliche Propaganda stellte zwei Gegenpositionen auf: zum einen den russischen Nationalismus und zum anderen das kosmopolitische internationale Börsenjudentum, das an einer Verschwörung zur Übernahme der Weltherrschaft arbeite. Dies sollten die „Protokolle der Weisen von Zion“ beweisen, sie sind allerdings von Agenten der zarischen Geheimpolizei fabriziert worden.[ii]

Zionismus

Diese Entwicklung führte dazu, dass sich innerhalb der jüdischen Bevölkerung neue Bewegungen formierten, obwohl man sie zugleich nicht als geschlossene Formationen ansehen darf. Die nationale Bewegung entwickelte sich unter dem Schlagwort des Zionismus seit den 1880er Jahren und formulierte den Gedanken eines eigenen jüdischen Nationalstaates in Palästina.

Der Zionismus konzentrierte sich ebenso auf die Rückbesinnung auf kulturelle und religiöse Traditionen. Diese nationale Bewegung, die das Ziel der jüdischen Emigration hatte, wurde von der russischen Regierung bis 1903 toleriert.

Russlanddeutsche Kolonien als Projektionsfläche für außenpolitisch nationalstaatliche Auseinandersetzungen

Erster Weltkrieg

Als außenpolitische Konflikte mit dem Deutschen Kaiserreich prekärer wurden, wurden Russlanddeutsche als „innere Feinde“ verstanden und einer offenen Diskriminierung ausgesetzt.

Die inneren Feinde

Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde die Liquidation des Landbesitzes oder des gepachteten Landes aller russischer Untertanen österreichischer, ungarischer und deutscher Herkunft, die nach dem 1. Januar 1880 russische Staatsbürger geworden waren, entlang der Westgrenze und an den Ufern angeordnet.

Ohne, dass sich die Menschen haben vorbereiten könne, wurde sofort mit der Räumung der Gouvernements Wolhynien und Podolien sowie Polen begonnen.

Auf Grundlage dieses Gesetzes wurden in den Monaten Juni und August 1915 ca. 60% der deutschen Bevölkerung Wolhyniens ausgesiedelt.

Aussiedlung der gesamten deutschen Bevölkerung

Am 13. Dezember 1915 wurde durch ein weiteres Gesetz die Aussiedlung der gesamten deutschen Bevölkerung angeordnet. Insgesamt wurden bis zu 200 000 Deutsche in zum Teil monatelang dauernden Transporten in die Gouvernements Samara, Saratov, Orenburg und nach Sibirien gebracht. Schließungen und Übernahmen deutscher Industrie- und Handelsunternehmen wurden durchgeführt. Deutsche Schulen wurden geschlossen und Unterricht in russischer Sprache eingeführt. Verdächtigte Sympathisanten mit dem Deutschen Reich wurden nicht selten nach Sibirien verbannt. Die zarische Regierung ordnete die Ausweitung der Liquidationsgesetze auf alle weiteren Gebiete an, doch die Februarrevolution und der Sturz des Zaren verhinderten die Durchführung.

Frühe Sowjetunion

Die Erfahrungen der Kriegsjahre sorgten für ein Gefühl der Zusammengehörigkeit der Wolgadeutschen. Am 19. Oktober 1918 unterschrieb Lenin im Rahmen seiner „Deklaration der Rechte der Völker Russlands“ ein Dekret über die Gründung der Arbeitskommune des autonomen Gebiets der Wolgadeutschen. Am 6. Januar 1924 wurde sie in die Autonome Sozialistische Sowjetrepublik der Wolgadeutschen umgewandelt. Neben den wirtschaftlichen und innenpolitisch-strategischen

Sonderbehandlung der Russlanddeutschen

Gründen für eine Sonderbehandlung der Russlanddeutschen, die während des Bürgerkrieges und in der Phase des Kriegskommunismus eine entscheidende Rolle in der Versorgung der bolschewistischen Kampftruppen gespielt haben, sollten sie eine politische Vorbildfunktion einnehmen und auf das Proletariat des ehemaligen Deutschen Kaiserreichs revolutionär einwirken.

Kampf gegen die Diskriminierung und Ausgrenzung

Dem Zionismus stand eine andere jüdische Bewegung entgegen und formierte sich im „Allgemeinen jüdischen Arbeiterbund in Litauen, Polen und Russland“. Er war ein Teil der russischen Sozialdemokratie und verfolgte den Kampf gegen die Diskriminierung und Ausgrenzung der Juden im Land.[iii] Doch die Revolution von 1905 und im Februar 1917 brachten nicht die erhofften Resultate mit sich. Nach der Übernahme der staatlichen Angelegenheiten der Bol’ševiki im Oktober 1917 wurde ein neues Kapitel in der Judenpolitik in Russland aufgeschlagen.

Stalinismus

Die bolschewistische Judenpolitik steht in engem Zusammenhang mit der Ideologie der neuen Regierung, die versuchte, die jüdische Gesellschaft zu proletarisieren und in das neue System einzubauen. Mit dem ersten Fünfjahresplan im Jahre 1928 unter Stalin wurde damit begonnen, die Idee der sowjetischen nationalen Identität in die Wirklichkeit umzusetzen. Das bedeutete, das traditionelle jüdische Milieu mit all seinen Strukturen infolge der wirtschaftlichen Umwälzung des Landes, also Kollektivierung und Industrialisierung, zu zerstören. Juden sollten keinesfalls als eigene Nation auftreten, sondern sich in das „Sowjetvolk“ einebnen.[iv]

Stalins Diktatur

So, wie die russischen Juden unter Stalins Diktatur sich nicht als Nation ausdrücken durften, erging es auch den Russlanddeutschen. Stalin wollte die Ideologie durchsetzen, dass es nur ein Volk, das „Sowjetvolk“, gebe – nicht aber einen Staat, bestehend aus vielen unterschiedlichen Nationen. Denn der Ideologie nach werde es nur noch die Herrschaft des Proletariats geben und keine Herrschaft unterschiedlicher Völker und Nationen, sobald die Revolution siegreich gewesen sei.

Deportation der Russlanddeutschen

Unter dem konstruierten Vorwurf, dass sich Russlanddeutsche ihrer Herkunft wegen im Zweiten Weltkrieg auf die Seite Hitlers schlagen könnten und bereits Spione unter ihnen seien, ordnete Stalin am 28. August 1941 ihre Deportation in weit entlegene Gebiete Sibiriens und Kasachstans an. In der offiziellen Verkündung war die Rede von Umsiedlung und staatlichen Hilfestellungen für den Neuanfang.

Trudarmija

Die Realität offenbarte sich jedoch schon beim Transport von etwa 700.000 Menschen in Viehwagons und der Einberufung arbeitsfähiger Männer in die Arbeitsarmee, die Trudarmija. Die Menschen wurden sich selbst überlassen. Die Autonome Republik der Wolgadeutschen wurde aufgelöst, massive Russifizierungskampagnen wurden eingeleitet.

Umgang mit der jüdischen Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg gestaltete sich die Politik gegenüber Juden in der Sowjetunion besonders vor dem Hintergrund des Zionismus und den konfliktgeladenen Auswirkungen im Nahen Osten, welche den Ausschlag für eine massiv antijüdische Politik gaben.

„Antisemitische Wendung des Kommunismus“

Außerdem wirkten der Ost-West-Konflikt und der beginnende Kalte Krieg in politische Entscheidungen hinein. In dieser Zeit kann eine „antisemitische Wendung des Kommunismus“ beobachtet werden. Der Zionismus wurde mit dem Kosmopolitismus gleichgesetzt; beides waren zentrale antijüdische Schlagwörter. Meldungen über Spionagetätigkeiten häuften sich und infolge der sowjetischen Israel-Politik wurden Auswirkungen auf die sowjetische antijüdische Innenpolitik deutlich spürbar.

Schließung aller jüdischen Institutionen

Im Jahre 1948 „wurden die letzten jüdischen Institutionen mit Ausnahme einer sehr begrenzten Zahl an Synagogen geschlossen.“[v] Verhaftungswellen und Antisemitische Kampagnen häuften sich. Die wohl bekannteste Kampagne ist die sogenannte „Ärzteverschwörung“ kurz vor Stalins Tod. Dabei wurde v.a. jüdischen Medizinern vorgeworfen, sich gegen die sowjetische Führung unter Stalin verschworen zu haben, um diese auszuschalten.

Antijüdische Proteste

Im ganzen Land wurden antijüdische Proteste organisiert, an denen sich Schriftsteller, Wissenschaftler und andere Vertreter der sowjetischen Kultur beteiligten. Die Beschuldigten wurden verhaftet und hingerichtet. Stalins Tod am 5. März 1953 verhinderte allerdings, dass sich die Proteste zu einem landesweiten Pogrom ausweiteten. Nachdem der Diktator gestorben war und eine allmähliche „Entstalinisierung“ einsetzte, wurde die Kampagne aufgedeckt. Sie zeigt den vorherrschenden Antisemitismus besonders deutlich auf.

Völkermord an Juden

Stalins Nachfolger versuchten, den Antisemitismus abzuschwächen, allerdings nicht immer mit Erfolg. Die Aufarbeitung der Gewaltherrschaft unter Stalin blieb während der „Tauwetter“-Periode unter Nikita Chruščev für die jüdische Bevölkerung aus. Das zeigte besonders die Auseinandersetzung um ein Massengrab in der Nähe von Kiev Anfang der 1950er Jahre, in denen 30 000 1941 von Nationalsozialisten ermordete Juden gefunden wurden. „Die sowjetischen Behörden unterdrückten die Erinnerung an diesen Ort“,[vi] ebenso wie sie den Völkermord an den Juden im allgemeinen Gedenken an die sowjetischen Opfer des Krieges und des Faschismus nicht berücksichtigten.

Staatlich gelenkte Kampagnen

In den 1960er Jahren spiegelten staatlich gelenkte Kampagnen in Form von antijüdischen Hetzschriften den Antisemitismus des kommunistischen Regimes wieder. Das Ziel der sowjetischen Regierung bestand darin, dass alle sowjetischen Juden assimiliert und russifiziert werden. Sie sollten nicht als Nationalität aus dem „Sowjetvolk“ herausstechen.

Sprachliche Russifizierung der Juden

Daher wurden ihnen religiöse und kulturelle Rechte vorenthalten, die allerdings anderen Nationalitäten durchaus zustanden. So blieb der Unterricht in jiddischer und hebräischer Sprache verboten – „kein Volk war in so hohem Ausmaß sprachlich russifiziert wie die Juden.

Jüdische Religion

In ihrer großen Mehrheit waren sowjetische Juden religiös nicht aktiv.“[vii] Kleinere Gruppen versammelten sich noch um die wenigen verbliebenen Synagogen v.a. in Georgien und in den baltischen Republiken, um ihre Religion weiterhin ausüben zu können.

In religiöser Hinsicht unterlag das Judentum in der Sowjetunion lange Zeit massiven Einschränkungen und Verleumdungen. So gab es für Juden keine Bildungseinrichtungen. Unter Chruščevs Nachfolger erfolgte zunächst eine Liberalisierung der staatlichen Politik gegenüber Juden.

Nah-Ost-Konflikt

Mit der Zuspitzung des Nah-Ost-Konflikts und einer zunehmend anti-israelitischen Positionierung des Sowjetstaates wurde der Antisemitismus im Land erneut verschärft. Auf den „Sechs-Tage-Krieg“ von 1967 reagierten die Sowjetunion und ihre Verbündeten in Osteuropa mit antizionistischen Kampagnen.

Die jüdische Nationalbewegung

Vor diesem Hintergrund orientierte sich die jüdische Nationalbewegung daran aus, nach Israel zu emigrieren und sich auf den national-kulturellen Hintergrund des Judentums zurückzubesinnen. Dafür wurden etwa Hebräischkurse im Untergrund organisiert. In den 1970er Jahren lockerte die sowjetische Regierung ihre Zügel bezüglich der Auswanderung und zwar mit der offiziellen Begründung der Familienzusammenführung.

Auswanderung

Die jüdische Nationalbewegung wurde von der KSZE bestärkt, doch Anfang der 1980er Jahre nahm die Visaerteilung an Juden wieder ab.

Juden waren in der Sowjetunion eine Minderheit, die weder Sprach- noch Kulturautonomie oder Religionsfreiheit besaß. Durch die anhaltenden Diskriminierungen bemühten sich viele, das Land zu verlassen.

Zusammenbruch der Sowjetunion

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ergaben sich für die Juden neue Wege, auszuwandern. Seit 1991 haben Juden und Menschen mit jüdischen Vorfahren die Möglichkeit, als Kontingentflüchtlinge in die Bundesrepublik Deutschland einzureisen. Nach den Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge wanderten zwischen 1991 und 2004 etwa 220.000 Menschen ein.

Literatur

[i] Geschichte des jüdischen Volkes. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, hg. v. Haim Hillel Ben-Sasson, 3. Aufl., München 1995, S. 888.

[ii] Andreas Kappeler, Rußland als Vielvölkerreich. Entstehung, Geschichte, Zerfall, München 2001, S. 220ff.

[iii] Andreas Kappeler, Rußland als Vielvölkerreich, S. 223f.

[iv] Heinz-Dietrich Löwe, Die Juden im bol’ševikischen System: Zwischen sozialem Wandel und Intervention, in: Dittmar Dahlmann/Anke Hilbrenner, Zwischen großen Erwartungen und bösem Erwachen. Juden, Politik und Antisemitismus in Ost- und Südosteuropa 1918-1945, Paderborn u.a. 2007, S. 137-166, hier S. 148, 154f.

[v] Handbuch der Geschichte Russlands, hg. v. Stefan Plaggenborg, Bd. 5, Stuttgart 2003, S. 721.

[vi] Ebd., S. 722.

[vii] Handbuch der Geschichte Russlands, hg. v. Stefan Plaggenborg, Bd. 5, Stuttgart 2003, S. 722.

Literaturempfehlungen:

Ingeborg Fleischhauer, Die Deutschen im Zarenreich. Zwei Jahrhunderte deutsch-russische Kulturgemeinschaft, Stuttgart 1986, Nachdruck 2005.

Ol’ga Kurilo, Die Lebenswelt der Russlanddeutschen in den Zeiten des Umbruchs (1917-1991). Ein Beitrag zur kulturellen Mobilität und zum Identitätswechsel, Essen 2010.

Dittmar Dahlmann/Anke Hilbrenner, Zwischen großen Erwartungen und bösem Erwachen. Juden, Politik und Antisemitismus in Ost- und Südosteuropa 1918-1945, Paderborn u.a. 2007.

Исторический обзор

  «Мы, ведая пространство земель Нашей Империи, между протчаго усматриваем наивыгоднейших к поселению и обитанию рода человеческого полезнейших мест, до сего еще праздно остающихся не малое число (…)“

Превый манифест Екатерины II от 14.12.1762

Манифест Императрицы-просветительницы Екатерины II от 1762 года был посвящен «зазывной» демографической политике, проводимой тогда так же Фридрихом II  (1747-1772) и Марией Терезой (1763-1772).  Однако первая попытка «зазвать» иностранных специалистов в земледелии, промышленности (мануфактурном деле) и торговле (евреи при этом были исключены) оказалась неудачной. Слишком явной была утилитарная цель увеличить количество русского (местного) населения и его благосостояния.

Второй манифест Екатерины II от 22.07.1763

Второй и более расширенный манифест был ориентирован на потребности европейского населения, пострадавшего кроме всего прочего в семилетней войне.

На призыв царицы откликнулись жители наиболее пострадавших районов. Следовательно первые переселенцы приезжали в Россию из провинций Рейна, северной Баварии, северного Бадена, территорий Хессена и Пфальца.

Сотни тысяч были привлечены царицей обещанием множества привилегий, для того чтобы с их помощью были заселены и облагорожены дальние, пустынные земли империи,  и развито сельское хозяйство.

Немецким переселенцам были обещаны среди прочего свобода религии, освобождение от налогов, земля и освобождение от службы в армии.

Экономическое и культурное развитие немецких колоний до первой половины 19 века.

Будущие места жительства переселенцев были определены и простирались от Волыни, побережья Черного Моря и Поволжья до Сибири и Кавказа.

Земля этих регионов прежде никогда не обрабатывалась и переселенцам понадобились годы чтобы несмотря на неурожаи и голод добиться в конце концов стабильного благополучия.

Благодаря весомым привилегиям российским немцам удалось обосноваться на новой родине несмотря на многочисленные трудности начального периода.

Зажиточные Колонисты

В сравнении с местным русским населением немецкие колонисты жили зажиточно.

Среди прочих особенно эффективно хозяйничали колонисты на побережье Чёрного Моря. Причины такой большой разницы в благосостоянии русских и немецких крестьян были обусловлены с одной стороны гарантированными в манифесте привилегиями.

С другой стороны эту разницу можно объяснить тем, что немецкие крестьяне передавали свою землю безраздельно в наследство младшему члену семьи, удерживались от разделения владений между наследниками и передачи его в общее пользование.

Немецкая идентичность

Кроме того колонисты жили в строгой изоляции от русской культуры, ревностно старались сохранить свою идентичность с помощью  немецких школ и внутренних браков. Таким образом им удалось законсервировать свою культуру.

Упразднение привилегий во эпоху «Больших Реформ» и общение с еврейским населением.

После отмены крепостного права  в 1861 году и последовавшими за этим проблемами распределения земли между «освобождёнными» крестьянами, разница в благосостоянии российских немцев и местных крестьян  увеличилась ещё больше.

Земельная реформа

Последствием земельной реформы Александра II (1855-1881) была русификация немецких колонистов, усиленная так же при правлении Александра III (1881-1894).

К этому процессу относится среди прочего введение русского языка в систему управления, хотя обучение русскому языку в школах продвигалось очень медленно.

Призыв немецких колонистов в русскую армию.

В 1874 году призыв немецких колонистов в русскую армию вызвал  волну эмиграции. Особенно много повторных переселенцев оказалось среди меннонитов, из релегиозных убеждений отвергавших военную службу.

Правительство заменило им военную службу лесохозяйственными работами.

Правление Александра II

Во время правления Александра II особенно явно обозначился конфликт между правлением  Российской Империи и интересами немецких колонистов. С одной стороны речь шла о русификации, влекущей за собой интеграцию российских немцев, с другой стороны предпринимались попытки сохранить привилегии, избежать русификации  и соответствно интеграции.

Попытки интеграции

Колонисты, обосновавшиеся в больших городах и ведущие торговые отношения с местным населением, как правило осваивали русский язык и воспринимали действия правительства в отношении интеграции как необходимость, способствующую ассимиляции определённых слоёв населения. Несмотря на это враждебность и недоброжелательность к немцам постоянно увеличивалась.

Экономическая взаимосвязь немецких колонистов и российского правительства четко обозначилась с началом Крымской войны.

Привилегии колонистов

Эта война послужила отправной точкой начала дискуссии о привилегиях немецких колонистов.

На фоне панславизма и поднимающегося национального самосознания привилегии российских немцев представлялись дискриминацией местного населения.

Европейская экономика

В 19 веке возникает также конфронтация с еврейской общиной относительно её экономического положения. Евреи становятся «решающим фактором европейской экономики».[i]  Они добиваются высоких позиций в ремесле, торговле и коммерции.

Зачастую их деятельность в финансовом и банковском деле сопровождалась высоким уровнем благосостояния, они часто занимали высокие должности  в экономических структурах, в культурной жизни и политике.

Евреи как «козлы отпущения»

На фоне этого благополучия в 19 веке начинают появляться и  развиваться различные формы враждебности по отношению к евреям. Эта тенденция охватывает всю Европу, но в Российской Империи она принимает особые формы, выливаясь в массовые беспорядки и дискриминацию.

Евреям было запрещено проживать в центре империи, им были отведены особые районы для поселения на западе страны.

Больше прав для евреев

При правлении Александра II были предприняты попытки предоставить евреям больше прав.  В результате реформ царя купцам первой гильдии, носителям ученой степени, представителям гильдии ремесленников и с 1879 года также выпускникам высших учебных заведений, было разрешено проживать в центральных районах империи.

Однако и в этих случаях всё ещё действовал запрет селиться  непосредственно внутри городских стен. Эти уступки еврейскому населению были причиной «социальной мобилизации» евреев.

Многие евреи посещали городские школы, быстро создавая элиту в свободных профессиях и особый слой в банковских кругах и предпринимательстве.  Многие быстро освоились в русском окружении, переняли русский язык и культурные традиции. Некоторые даже присоединились к революционному движению.

Еврейские погромы

Участие еврейской девушки в убийстве царя Александра II 1 марта 1881 года послужило поводом антиеврейских погромов на Украине, в результате которых множество евреев пострадало, были даже убитые, было разрушено  и ограблено множество домов и предприятий. На основании этих событий  Царское правительство приняло решение усилить еврейскую политику. Однако вместо интеграции и равноправия в силу вступили дискриминация и ещё большее ущемление прав.

Дискриминация возрастает

Существовало устойчивое предубеждение в том, что именно евреи виноваты в эксплуатации низших слоев восточнославянского населения.

После смерти царя отменяются или ослабляются многие его реформы. Среди прочего был отменён закон о выселении евреев из городов, районы для поселений были уменьшены, право на самоуправление было отнято. Церковь не проявляла интереса к ассимиляции и обращению их в  православную веру.

Возможность получения начального и высшего образования

Возможность поступать в гимназии и высшие учебные заведения была усложнена для евреев введением процентной нормы (numerus clausus). Против новой политики Александра III высказывались некоторые его министры, хотя всё ещё с некоторой осторожностью.

Прежде всего подчеркивалось значение, которое еврейские финансисты и торговцы оказывают на экономию страны и их потенциал для развития индустриализации в будущем. К сожалению эти здравые аргументы не были приняты к сведению.

Антиеврейская пропаганда

Антиеврейская пропаганда просочилась не только в широкие слои населения, но и в правящие круги. Тот факт, что многие евреи присоединились к революционному движению, привёл к тому, что иудаизм стал считаться «зачинщиком революции».

«Протоколы сионских мудрецов»

Антиеврейская пропаганда выдвинула две противоположные точки зрения: с одной стороны русский национализм, с другой – космополитический интернациональный иудаизм, работающий над заговором, целью которого является захват власти над миром.

Доказательством заговора были объявлены «Протоколы сионских мудрецов», которые в свою очередь были сфабрикованы агентами царской тайной полиции. [ii]

Сионизм

Такое развитие событий способствовало тому, что внутри еврейского населения образовываются новые движения, которые впрочем нельзя рассматривать как закрытые формирования. В восьмидесятых годах 19-го века под знаком сионизма развивается национальное движение и формируется идея создания еврейского государства в Палестине.

Сионизм базировался также на отражении культурных и религиозных традиций. Это национальное движение, направленное на эмиграцию евреев, до 1903 года приветствовалось правительством.

  Колонии российских немцев как трибуна внешнеполитических споров между государствами.

Первая мировая война

Осложнение внешнеполитических проблем с Германской Империей привело к тому, что российских немцев стали считать «внутренними врагами» и подвергать открытой дискриминации.

Внутренние враги

С началом первой мировой войны был издан указ, о ликвидации землевладения и прав на аренду земли на западной границе и побережье, принадлежащей всем российскоподданным австрийского, венгерского и немецкого происхождения, получившим гражданство после 1 января 1880-го года.

Людей выселяли из Волынской губернии, Подолья и Польши, не оставив им времени даже на то, чтобы  подготовиться.

На основании этого закона только за летние месяцы 1925-го года с территории Волыни было выселено около 60% немецкого населения.

Переселение всего немецкого населения

13 декабря 1915-го года вышел ещё один  закон, предписывающий переселение всего немецкого населения. Более 200 000 немцев были переселены в Самарскую, Саратовскую и Оренбургскую Губернии и в Сибирь. Были закрыты и переняты немецкие индустриальные и торговые предприятия. В немецких школах ввели русский язык. Подозреваемые в симпатии  Германской империи были высланы в Сибирь. Царское правительство расширило закон о ликвидации земельной собственности на все остальные регионы страны, однако февральская революция и свержение царя предотвратило осуществление этого закона.

Начальный этап Советского Союза

Опыт военных лет сплотил между собой немецкое население Поволжья. 19 октября 1918-го года в рамках «Декларации прав народов России» Ленин подписал декрет о создании   трудовой коммуны немцев Поволжья.  6 января 1924-го года она переименовывается в Автоно́мную Сове́тскую Социалисти́ческую Респу́блику Не́мцев Пово́лжья.

Особое положение российских немцев

Причины особого отношения к российским немцам, сыгравшим решающую роль  в продовольственном обеспечении армии в период гражданской войны и военного коммунизма, должны были стать революционным примером для пролетариата бывшей Германской Империи.

Борьба против ущемлений и дискриминации

Сионизму противостояло другое еврейское движение, сформировавшееся вo «Всеобщий еврейский рабочий союз в Литве, Польше и России». Объединение являлось частью русской социалдемократии и боролось с дискриминацией и ущемлением прав евреев в провинциях.[iii]  Революция 1905 года и  февральская революция 1917 года не принесли ожидаемых результатов. С приходом к власти большевиков начался новый этап в еврейском вопросе.

Сталинизм

Политика большевиков в еврейском вопросе связана с основной идеологией правительства, направленной на пролетаризацию еврейского населения и уравнивание его в рамки новой системы. Одной из основных задач первой пятилетки 1928-го года была идея воплощения советского национального самосознания в действительность. Это означало разрушение привычного еврейского уклада жизни посредством полного перестроения экономических основ, то есть коллективизации и индустриализации. Евреи не имели права на собственную национальность, они являлись частью Советского народа. [iv]

Сталинская диктатура

При сталинской диктатуре российские немцы так же как евреи не имели больше права на собственную национальность. Согласно  Сталинской  идеологии существовал только один «Советский народ», а не государство, состоящее из различных национальностей. Ведь он считал, что со временем с победой мировой революции главенствующую роль займёт пролетариат, а не различные народы  и нации.

Депортация российских немцев

28 августа 1941 года Сталин издаёт указ о депортации российских немцев в отдалённые районы Сибири и Казахстан. Поводом для этого указа послужило сфабрикованное обвинение немцев в желании воевать во второй мировой войне на стороне Гитлера. Были предъявленны конкретные обвинения в шпионаже. По официальной версии речь при этом шла о переселении и говорилось даже о государственной помощи на новом месте.

Трудармия

Однако истинные намерения властей открылись уже при транспортировке. 700 000 человек были перевезены в далёкие районы прибывания в вагонах для скота. Кроме того всех работоспособных  мужчин и женщин забрали в трудармию.  Автономная республика немцев Поволжья была анулирована, основной политикой стала массивная русификация.

Отношение к еврейскому народу после Второй Мировой войны

Причинами массивной антиеврейской политики после Второй Мировой войны на фоне сионизма послужили последствия конфликтных ситуаций на ближнем востоке.

Изменение политики коммунизма по отношению к евреям

Кроме того ощутимое влияние на политические решения оказали конфликты между Востоком и Западом и начинающаяся холодная война. В это время наблюдается  «изменение политики коммунизма по отношению к евреям». Сионизм приравнивается к космополитизму; оба этих понятия были лозунгами антиеврейской политики. Учащаются случаи обвинения в шпионаже, советская политика по отношению к Израилю сказывается и на внутренней политике по отношению к евреям.

Закрытие всех еврейских учреждений

В 1948 году «были закрыты все еврейские учреждения за исключением нескольких синагог». [v] Поднялась волна   арестов и антисемитских заговоров. Одним из самых громких было «дело врачей» незадолго до смерти Сталина, в котором среди прочих еврейские врачи

были обвинены в заговоре против правительства под руководством Сталина, с целью его уничтожения.

Протесты против евреев

По всей стране были организованны протесты против евреев. Участие в них принимали писатели, ученые и другие представители советской культуры. Обвиняемые были арестованы и казнены. Смерть Сталина 5 марта 1953 года предотвратила развитие этих протестов в массовые погромы. Последовавшее за этим разоблачение культа личности Сталина способствовало раскрытию  антиеврейской компании, ясно показавшей антисемитский настрой.

Геноцид евреев

Последователи Сталина пытались смягчить антисимитские настроения, но без особого успеха. Ликвидация сталинской тирании в период оттепели Никиты Хрущёва не коснулась еврейского населения. Показателем этого является отношение официальных властей к памяти 30 000 евреев, казнённых нацистами в 1941 году, массовое захоронение которых было обнаружено недалеко от Киева в начале 1950-х годов. «Советская власть умалчивала о существовании этого места», [vi] точно так же, как не упомянались евреи и среди жертв войны и фашизма.

Заговоры, управляемые властями

Обличительные речи против евреев в начале 1960-х годов ясно показывали антисемитизм коммунистического режима. Целью советского правительства была ассимиляция и русификация евреев. Среди «советского народа» они не должны были выделяться как национальность.

Языковая классификация евреев

В связи с этим евреи были лишены религиозных и культурных прав, присущих другим народам. Иврит и идиш в школах были запрещены — ни один другой народ не был так русифицирован в языковом плане как евреи.

Еврейская религия

Большинство советских евреев были не религиозны. [vii] Небольшие группы собирались в нескольких оставшихся синагогах (как правило в Грузии и прибалтийских республиках), чтобы сохранить свою религию.

В религиозном плане иудаизм претерпел при советской власти массивные ограничения и наветы.  Не существовало образовательных учреждений для евреев. В период после Хрущёва наступает некоторая либерализация официальной политики в плане евреев.

Конфликт на Ближнем Востоке

Накал конфликта на Дальнем Востоке, возрастающая антиизраильская позиция Советского Союза увеличили антисемитизм в стране с новой силой. Реакцией властей на «шестидневную войну» 1967-го года было присоединение к антисионистским кампаниям в восточной европе.

Еврейское национальное движение

Еврейское национальное движение было поддержано Заключительным актом Совещания по безопасности и сотрудничеству в Европе, но несмотря на это в начале 1980-х годов уменьшается количество виз, выдаваемых евреям.

Развал Советского союза

После развала Советского Союза евреи получили возможность выезжать за рубеж. С 1991 года евреи и потомки евреев получили возможность въезжать в Федеративную Республику Германию в качестве беженцев.  По сведениям Федерального Ведомства по Миграции между 1991 и 2004 годом в страну переехало около 220 000 человек.